Copy-Only-Backups und die differenzielle Restore-Kette
Verstehen Sie Änderungen der differenziellen Basis, die unabhängige Logkette und die Prüfung tatsächlicher Restore-Abhängigkeiten.
Ein Administrator erstellt eine zusätzliche Vollsicherung für eine Testumgebung. Später scheitert die differenzielle Wiederherstellung, weil der Plan weiterhin eine ältere Vollsicherung erwartet. Nicht die Transaktionslogkette wurde durch das Full unterbrochen. Die zusätzliche normale Vollsicherung hat die differenzielle Basis verändert.
Eine konkrete Zeitfolge betrachten
Am Sonntag läuft ein geplantes Full, am Dienstag ein zusätzliches normales Full und am Mittwoch ein Differential. Das Mittwoch-Differential basiert auf Dienstag, nicht Sonntag. Liegt die Dienstag-Datei nur temporär vor und verschwindet, reicht Sonntag plus Mittwoch nicht mehr als Wiederherstellungsplan.
Mit COPY_ONLY für Dienstag wäre die differenzielle Basis unverändert geblieben. Mittwoch würde weiterhin Sonntag benötigen. Ein Copy-only-Full lässt sich wie eine Vollsicherung wiederherstellen, wird aber keine Basis nachfolgender differenzieller Sicherungen.
Deshalb passt COPY_ONLY häufig zu einmaligen Fulls außerhalb des verwalteten Plans. Es ist kein Grund, sämtliche geplanten Vollsicherungen so zu kennzeichnen. Eine differenzielle Strategie braucht bewusst erstellte normale Fulls als Basis.
SELECT TOP(50) database_name,type,is_copy_only,
backup_start_date,backup_finish_date,first_lsn,last_lsn,
database_backup_lsn,differential_base_lsn
FROM msdb.dbo.backupset
WHERE database_name=N'YourPracticeDatabase'
ORDER BY backup_finish_date DESC;
Die Abfrage zeigt Sicherungstyp, Copy-only-Kennzeichnung und LSN-Metadaten. D, I und L bezeichnen Datenbankvollsicherung, Differential und Log. Das ist Untersuchungsevidenz, kein automatischer Beweis, dass sämtliche Mediendateien tatsächlich vorhanden sind.
Die Logkette getrennt behandeln
Eine normale Vollsicherung unterbricht eine vorhandene Logkette nicht. Logs bleiben für den gewünschten Zeitpunkt nach der gewählten Datensicherung erforderlich. Wechsel des Wiederherstellungsmodells und fehlende Logdateien sind andere Probleme als eine geänderte Differentialbasis.
Auch ein Copy-only-Log hat besondere Semantik: Es erhält den normalen Archivierungspunkt und kürzt das Log nicht. Es ersetzt nicht die regulären Logsicherungen des bestehenden Verfahrens. Wiederholte Copy-only-Logs lösen daher keinen Wiederverwendungsbedarf, der normale Logsicherungen erfordert.
Koordinieren Sie mehrere Sicherungswerkzeuge. Herstelleragent, Wartungsjob und manueller Bediener können jeweils gültige Dateien erzeugen, ohne dass jemand den gemeinsamen Restore-Satz kennt. Inventar und Aufbewahrung müssen auf Wiederherstellbarkeit ausgerichtet sein, nicht nur auf einzelne erfolgreiche Jobs.
Die benötigten Medien prüfen
Historie kann gelöschte Dateien überleben. Auf einem Zielserver fehlt möglicherweise die msdb-Historie des Quellsystems. Prüfen Sie echte Header und alle Teile einer gestreiften Sicherung. Ein Dateiname mit full oder diff ist keine verbindliche Metadatenquelle. Bestätigen Sie Datenbankidentität, Basisbeziehung, Reihenfolge und erforderliche Verschlüsselungsschlüssel.
Verwenden Sie für ein zusätzliches Full einen neuen Zielnamen. Das Beispiel ist eine Vorlage für eine vorhandene Übungsdatenbank und einen vom Server erreichbaren Pfad. Ersetzen Sie beides bewusst. Ohne INIT fordert es nicht zum Überschreiben vorhandener Medien auf.
BACKUP DATABASE [YourPracticeDatabase]
TO DISK=N'D:\Backups\YourPracticeDatabase_adhoc_unique_name.bak'
WITH COPY_ONLY,CHECKSUM,COMPRESSION,STATS=10;
Testen Sie nach einem zusätzlichen Copy-only-Full die geplante Vollsicherung samt Differential auf einem isolierten Ziel. Ergänzen Sie anschließend die erforderlichen Logs bis zum Zielzeitpunkt. Erfolgreiches BACKUP oder VERIFYONLY allein beweist den vollständigen fachlichen Wiederherstellungsweg nicht.
Bewahren Sie Basen so lange auf, wie abhängige Differentials zum zugesagten Zeitraum gehören. Dokumentieren Sie Dateien und Schlüssel des erfolgreichen Tests. Prüfen Sie zusätzlich, ob die temporäre Kopie irrtümlich von automatischen Aufbewahrungsregeln gelöscht wird. Ein zuverlässiger Plan besitzt explizite getestete Abhängigkeiten und bleibt auch bei alltäglichen zusätzlichen Sicherungsanforderungen verständlich.
Notieren Sie außerdem die Position des Sicherungssatzes, wenn eine Mediendatei mehrere Sätze enthält. Der richtige Dateipfad allein identifiziert noch nicht die tatsächlich benötigte Sicherung für die Wiederherstellung.
Technische Referenzen: Microsoft Learn: Copy-only backups · Microsoft Learn: Backup history.